Im Stavenhof 5-7
50668 Köln

Das Metaverse – ein zweites Leben in virtuellen Räumen (DEEP! #003)

Auch in deiner Podcast App verfügbar:

Freunde, die Tech-Welt hat ein Lieblingswort und das ist Metaverse- oder zu gut deutsch: Metaversum. Dank Mark Zuckerberg ist das Wort nun an die breite Maße gegangen, denn mit der Namensänderung des Mutterkonzerns von Facebook zu Meta gibt er zugleich die Zukunftsvision des Unternehmens preis: Zuckerberg möchte nicht einfach irgendein Metaverse aufbauen, sondern DAS Metaverse. Die virtuelle Welt wie wir sie kennen soll dabei nicht mehr dieselbe sein und soll vielmehr unserer echten Welt ähneln.

Aber treten wir nochmal einen Schritt zurück und schauen wir uns an, was Metaverse bedeutet, wie es in Zukunft aussehen wird und was wir heute davon bereits erleben können. Inklusive einiger Beispiele.

Ich möchte euch mal die Definition von Metaverse vorlesen:

Laut Wikipedia ist:

Das Metaversum (englisch metaverse) ein kollektiver virtueller Raum, der durch die Konvergenz von virtuell erweiterter physischer Realität und physisch persistentem virtuellen Raum entsteht – einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets. Zugegeben, diese Definition klingt ein bisschen sperrig. In Mark Zuckerbergs Worten ist es ein wenig verständlicher: Das Metaverse ist das Internet, indem du eher drin bist, als das Internet, das du nur von außen anschaust. Was bedeutet das? Nun in Zukunft können wir virtuelle Räume betreten und das, was wir dort erleben, wird sich absolut real anfühlen. Erste Schritte in diese Richtung gehen wir ja bereits mit VR-Brillen, die uns bereits Metaverse-ähnliche Erfahrungen bescheren können. Mit diesen Brillen können wir uns in einer virtuellen 3D-Welt bewegen und sehen alles aus der Ich-Perspektive. Wie das zukünftige Metaverse aussehen könnte, stelle ich mir in etwa so vor: Wir werden ein Gerät wie die VR-Brille aufsetzen und können nicht nur eine virtuelle Welt sehen und hören, sondern sie auch darin erspüren, schmecken und riechen.

Das Metaverse ist im Kern ein verkörpertes Internet: eine soziale Sphäre, in der sich Menschen mit Hilfe von personalisierten Avataren treffen können, die ihnen das Gefühl geben, präsenter zu sein als ein einfacher Videoanruf. Es ist synchron, wodurch es sich mehr wie das echte Leben anfühlt als die heutigen Feed-basierten sozialen Medien. Anstatt sich darüber zu informieren, was andere gemacht haben, trifft man im Metaverse in Echtzeit.

Sie wird auch beständig sein, genau wie die Welt um uns herum. Und wie im wirklichen Leben wird es alle möglichen Dinge umfassen, die man mit anderen Menschen tun möchte: Konzerte und andere Veranstaltungen besuchen, Spiele spielen, abhängen, sich verabreden und, ja, auch arbeiten und einkaufen.

So wie viele Visionäre wie Zuckerberg das Metaverse bislang erträumen, existiert es allerdings noch nicht. Es gibt Vorläufer, die einen Vorgeschmack geben und Technologien, die uns darauf vorbereiten.

Wie betritt man so ein Metaverse?

Du brauchst einen Avatar, der dich im Metaverse repräsentiert. Das begann früher bereits mit den Profilbildern in öffentlichen Chats. Und wer Second Life noch kennt erinnert sich an die ersten 3D-Figuren die dein virtuelles Selbst darstellen sollten. Doch das war immer noch in einem Internet zum Anschauen. Im Metaverse schlüpfen wir in Körper unseres Avatars und erleben die virtuelle Welt aus der Ich-Perspektive.

Auch ist das grundlegende Konzept von Second Life noch kein Metaverse. Der Idee nach ist das Metaverse ist ein Netzwerk. Es ist nicht ein einziger Dienst, sondern eine Sammlung von Diensten, die lose miteinander verbunden sind, sowohl durch Unternehmen, die eigene Wege zwischen ihren Diensten bauen, als auch durch Menschen, die ihre eigenen Wege gehen, um von einem Ziel zum anderen zu gelangen. Das ist auch der Grund, warum einige der ersten Generation von Avatar-basierten Diensten wie Second Life kein eigenständiges Metaversum darstellen. So wie das mobile Internet nicht nur aus einer einzigen App besteht und keine der Apps auf Ihrem Telefon ohne die Existenz vieler anderer Apps und Dienste erfolgreich wäre, hängt das Metaversum von einer Vielzahl miteinander verbundener Dienste ab, um erfolgreich zu sein.

Metaverse Beispiele

Ende letzten Jahres hat der Facebook-Konzern Meta seine soziale VR-Plattform Horizon Worlds eröffnet. Die Voraussetzungen: Du hast deinen Sitz in den USA oder Kanada und besitzt die Virtual-Reality-Brille Oculus Quest 2 aus dem Hause Meta. Mit der VR-Brille bewaffnet läufts du nun mit deinem Avatar durch 3D Welten, triffst dich mit anderen Menschen und ihren Avataren, spielst Spiele und kannst eigene 3D-Räume bauen. In virtuellen Workrooms ist es ebenso möglich, Meetings abzuhalten und zu arbeiten.

Wir sind hier noch nicht bei den lebensechten Erfahrungen, aber Zuckerberg ist definitiv dran, seine Version des Metaverse weiter auszubauen.

Es gibt andere große bekannte Metaverse-Projekte, deren Schwerpunkt es weniger ist, körperlich erfahrbare Welten zu schaffen, aber Orte, in denen dennoch nahezu unendliche Möglichkeiten geboten werden. Menschen und ihre Avatare interagieren und spielen miteinander, kaufen Land und verdienen anderweitig Geld. Sie freuen sich so großer Beliebtheit, weil hier momentan sehr viel Geld verdient wird. Firmen und Privatpersonen geben hunderttausende und sogar Millionen US-Dollar für virtuelles Land aus.

Sandbox ist eine dieser Orte. Es ist eine virtuelle offene Welt, die auf der Ethereum-Blockchain basiert und ihren Nutzern erlaubt, virtuelle Spielerfahrungen bauen, zu spielen, zu besitzen und zu monetarisieren.

Kennst du Minecraft? Minecraft ist ein sogenanntes Sandbox-Spiel. So ähnlich ist es auch als Spiel auf der Blockchain, nur mit tausendmal mehr Möglichkeiten.

Schauen wir uns ein weiteres Metaverse-Projekt an: Decentraland. Es handelt sich um eine Plattform für virtuelle Realität, die von Ethereum unterstützt wird. In dieser virtuellen Welt können die Nutzer Grundstücke kaufen, mit ihrem Avatar herumlaufen, bauen und Geld verdienen. Es gibt keine Grenzen für das, was die Nutzer tun können. Was ganz besonders ist und woher auch der Name rührt: Es ist die erste digitale Plattform, die vollständig im Besitz ihrer Nutzer ist.

Ein anderes spannendes Projekt nennt sich Bloktopia. Es ermöglicht den Nutzern, d. h. den Bloktopianern, ein passives Einkommen zu erzielen, indem sie die ihnen gehörenden virtuellen Flächen für Werbung, Immobilienbesitz, Gewinnspiele, den Aufbau von Netzwerken usw. vermieten. Ein besonderes Merkmal ist bei Bloktopia die Grafik und überhaupt die virtuelle Umgebung. Sie ist ansprechender gestaltet und in einem futuristischem, Cyberpunk-Look voller Neonlichtern. Außerdem besteht die virtuelle Welt nicht aus einer Aneinanderreihung verschiedener selbstgebauter Welten, sondern aus einem riesigen Turm, bestehend aus 21 Stockwerken. Es ist also ein VR-Wolkenkratzer mit begrenzter Kapazität für Investoren.

Was noch erwähnenswert ist, dass Projekte wie Sandbox, Decentaland und Bloktopia ihre eigene Kryptowährungen verwenden, aber wie Kryptowährungen und die dazugehörigen Blockchains funktionieren, sprengt den Rahmen des Podcasts. Zudem sind manche dieser Metaverseprojekte älter als das noch sehr frische Horison Worlds.

Der Ansturm auf das Metaverse begann also nicht mit Zuckerbergs Liebe zu VR. Vielmehr wird er von einer Vielzahl von Faktoren angetrieben. Millionen von Menschen nutzen Avatar-basierte Social-Gaming-Plattformen; die Pandemie hat uns alle dazu gebracht, neue Formen der Echtzeit-Interaktion zu finden; und Unternehmen wie Apple, Amazon, Google und Meta versuchen alle, das nächste große Ding nach dem Smartphone zu entwickeln. Und während sich diese Trends in Echtzeit abspielen, sind einige sehr wichtige Fragen noch in der Schwebe.

Wer gehört als zu den Big Playern von morgen? Die Unternehmen, die die AR- und VR-Headsets der Zukunft herstellen, sind in einer starken Position, um vom Metaverse finanziell zu profitieren und ihm Regeln aufzuerlegen. Ein Grund für das große Interesse von Meta am Metaversum ist, wie Zuckerberg selbst zugegeben hat, dass das Unternehmen den Anschluss an die mobile Hardware verpasst hat und nun gezwungen ist, nach den Regeln der App-Stores von Google und Apple zu spielen. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Kids und Teenies, die heute in Blockchain-betriebenen Metaverses unterwegs sind und NFT-Spiele spielen, zu den Millionären von morgen gehören. Was ist mit Privatsphäre, Sicherheit und psychischem Wohlbefinden? Facebook, YouTube und andere soziale Netzwerke wurden zu Recht wegen ihres Umgangs mit Fehlinformationen und Datenschutzproblemen sowie wegen der Auswirkungen auf die psychische Gesundheit ihrer Nutzer kritisch beäugt. All diese Herausforderungen verschwinden nicht in den Weiten des Metaverse, aber sie werden sich wahrscheinlich ganz anders darstellen. Die Einstellung von Zehntausenden von Moderatoren ist möglicherweise nicht der richtige Ansatz, um Hass und Belästigung in Echtzeitumgebungen zu verhindern, und räumliche Daten, die von Headsets gesammelt werden, die die Wohnzimmer der Menschen überwachen, werfen alle möglichen neuen Fragen zum Datenschutz auf. Wir dürfen gespannt sein, wie diese beantwortet werden

Wie ihr seht, das Metaverse, wie es bislang ersonnen wird, ist noch lange nicht da und wird in den nächsten 10 Jahren sich noch zu etwas entwickeln, was wir uns kaum vorstellen können. Aber wir erleben Vorläufer davon und können bereits in einige spannende Projekte hereinschauen, um ein Gefühl für die Zukunft bekommen. Ich finde es super spannend. Wie geht es euch?

So, damit verabschiede ich mich von euch. Ich hoffe, diese Folge hat euch gefallen. Schaltet wieder ein, ich freue mich aufs nächste Mal mit euch. Bis dann, euer Patrick, ciao!

Hast du auch was zu sagen und Bock auf eine Folge mit uns?

Schreib uns eine Nachricht an podcast@betaphase.blog. Wir freuen uns, von dir zu hören!