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Die Zukunft ist Digital Learning – Aber wie, wo, wann? (DEEP! #018)

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Digital Learning ist für alle möglich

Lieber Zuhörer, liebe Zuhörerin, du hast auf diese Folge geklickt, weil es dir wichtig ist, dich weiterzuentwickeln und falls du eine Führungskraft bist, möchtest du Möglichkeiten erkunden, das Lernen zu erleichtern. Ich glaube an der Stelle können wir uns das Blabla sparen, warum lernen so wichtig für uns als Individuen und für Mitarbeitende im Unternehmen ist. Heute gebe ich dir Tipps für Unternehmen, wie sie Online Learning ermöglichen können. Aber auch erschwingliche Optionen für Selbstlerner und Startups, falls vollständige Weiterbildungen zu teuer sind. Der Schwerpunkt liegt heute auf Digital Learning.

Der digitale Wandel hat das Feld der Lernmöglichkeiten völlig neu eröffnet. Unsere Beziehung zur allgemeinen und beruflichen Bildung hat sich grundlegend verändert, und mit den neuen Technologien können wir von überall aus und in unserem Tempo zu lernen.

Und wer meinen Podcast kennt, der hat bestimmt gemerkt, dass ich ein Freund von Definitionen bin, hier also die Definition für Digital Learning:

Digital Learning: Definition

Digitales Lernen ist eine Lernmethode, die auf dem Einsatz neuer digitaler Hilfsmittel basiert, um den Lernenden eine andere Art des Lernens zu ermöglichen, sei es bei Präsenz, im Fernunterricht (asynchron oder synchron) oder im Blended Learning. Es geht also nicht einfach um die Digitalisierung von Bildungsinhalten, sondern auch darum verschiede Bildungsmethoden sinnvoll miteinander zu vereinen.

Digital Learning vs. E-Learning

Beide Begriffe werden gerne verwechselt bzw. zusammengeworfen.

E-Learning ist nach meinem Verständnis aber nur eine, aber dennoch wichtige pädagogische Komponente des digitalen Lernens, das seinerseits alle Online-Lernmethoden und -techniken umfasst. Mit anderen Worten, digitales Lernen ist die Digitalisierung der gesamten Lernerfahrung: soziales Lernen, virtuelle Treffen, Online-Prüfungen, Vernetzung mit Alumni, Workshops usw.

Die verschiedenen Lehrmethoden des digitalen Lernens

Schauen wir uns die bestehenden Lehrmethoden und Lösungen für das digitale Lernen mal genauer an.

Das virtuelle Klassenzimmer Die Unterrichtsform, die wir am besten kennen, ist jene, die im Klassenzimmer oder Seminarraum stattfindet. Beim virtuelle Unterricht werden also Ausbildende und Lernende am selben virtuellen Ort, zum Beispiel während einer Videokonferenz zusammengebracht und interagieren miteinander.

Spiele In verschiedenen Formen (Simulation, Gamification usw.) ermöglichen sie ein spielerisches und manchmal kollektives Erlernen von Know-how.

Der MOOC (Massive Open Online Course) Die Idee hinter dem massiv open online course (MOOC) ist, dass die Lerninhalte für alle Personen, die einen Kurs belegen möchten, zugänglich ist. Dabei musst du keine vorhergegangenen Qualifikationen vorweisen. Zum Lernen schaust du Videos an, lädst Dokumente runter, beantwortest Quizfragen usw. Große Plattformen wie edX arbeiten mit Universitäten zusammen, das heißt du schaust Vorlesungen von Professoren namenhafter Universitäten. Der Zugang ist oft kostenlos, zumindest war das bei edX der Fall, lediglich für Zertifikate oder andere spezielle Lernerfahrungen musst du bezahlen.

SPOC (Kleiner privater Online-Kurs) SPOC ist verwandt mit dem MOOC, doch das Konzept richtet sich an eine kleinere Gruppe von Lernenden, was die Interaktivität mit dem Trainer erleichtert und sicherstellt, dass der Lernprozess weiterverfolgt wird.

Mobiles Lernen Schulungen über das Smartphone, na geht es noch bequemer? Diese Methode eignet sich besonders gut für das Lernen zu jeder Zeit, an jedem Ort und von jedem Ort aus. Ich würde mich jetzt mal aus dem Fenster lehnen und sagen, dass Apps wie Duolingo und Babbel zur Kategorien mobiles Lernen gehören. Sie sind mir noch frisch im Kopf, weil ich mit Duolingo angefangen habe, Indonesisch zu lernen. Mittlerweile habe ich ein eigenes digitales Karteikartensystem aufgebaut, weil es besser zu mir passt, aber diese Apps sind wirklich sehr praktisch, wenn man schnell und bequem lernen möchte.

Soziales Lernen (soziales und kollaboratives Lernen) Soziales Lernen involviert, wie der Name verrät, das Lernen mit anderen und ist in der Regel eher informel und kollaborativ aufgebaut. Erfahrungen werden innerhalb einer Gruppe ausgetauscht und vermittelt. Diese Lernform wird gerne kombiniert mit anderen Formen des digitalen Lernens. Eine weitere Variante davon kenne ich aus den vielen Online-Kursen, die Creator oder Unternehmer durchführen. Für oft höhere Summen für einen Kurs erhältst du nicht nur Zugang zu Lerninhalten, einer Community und mehr.

Adaptives Lernen

Bei diesem Konzept werden die Lerninhalte und Anforderungen an die Bedürfnisse, also das Umfeld, Lernpräferenzen und Wissensvermittlung, der einzelnen Lernenden angepasst. Das passiert durch spezifische Module und Workshops, angepasste Ausbildungsgänge usw.

Okay, nun wo wir einen Überblick über das digitale Lernen haben, schauen wir uns mal an, wo wir das in der Praxis herbekommen.

Online-Studiengänge

Lohnt sich am ehesten für Arbeitgeber, die langfristig in vielversprechende Talente investieren möchten. Und ambitionierte Fachkräfte, die neben dem Vollzeitjob viele Wochenstunden in ein Bachelor- oder Masterstudium investieren können.

Die Preise variieren, ein Bachelorstudium kostet in etwa 400-500€ monatlich. Eines der günstigsten Privathochschulen, die ich kenne, ist die Rheinische Fachhochschule. Neben vielen klassischen Studiengängen aus der Wirtschaft, kann man aber auch einen Master in Digital Business Management, Entrepreneurship und vielen anderen neuartigen Studiengängen machen. Viele Studengänge werden dabei auch online angeboten bzw. sind on the job möglich. Ähnlich ist es auch bei anderen privaten Hochschulen wie Fresenius, AKAD und die Internationale Hochschule. Für Vollzeitbeschäftigte und viel reisende lohnt sich ein Blick auf das Fernstudium und on-the-job Studium, welches die meisten Privatunis anbieten.

Weil die Investition hier recht hoch für Unternehmen ist, verpflichten sich Mitarbeitende in der Regel für einige Jahre nach der Ausbildung im Unternehmen zu bleiben.

Günstige Alternativen für Selbstlerner und Startups

Skillshare

Auf Skillshare findest du Kurse von vielen etablierten Talenten. Es gibt einige kostenlose Kurse, aber am meisten holst du mit dem Jahresabo raus, ich zahle aktuell 86€ jährlich, ich weiß nicht mehr, ob es ein Angebot war oder nicht. Für Unternehmen bzw. Teams kostet es aktuell 160 Dollar jährlich pro Teammitglied. Mit einem Abo hast du dann Zugang zu allen Kursen der Plattform. Einige sind auch von Skillshare gefeatured. Diese zeichen sich durch eine besonders hohe Kursqualität aus.

Udemy

Der größte Unterschied zwischen Udemy und Skillshare ist, dass du hier einfach einzelne Kurse einkaufen kannst. Die Länge hängt vom Kursleiter ab und kann zwischen 2 bis 12 Stunden an Lernmaterial enthalten. Udemy hat eine riesige Auswahl an Kursen in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch. Ich persönlich habe Udemy vor Skillshare viel benutzt, weil ich mich nicht auf ein Abo festlegen musste und die Auswahl an Kursen wirklich groß ist.

Coursera

Mit Coursera habe ich persönlich keine eigenen Erfahrungen gemacht, aber ich habe recherchiert, dass es im Vergleich zu Udemy ein wenig besser strukturiert sein soll, aber dafür etwas weniger Auswahl bietet. Du findest viele kostenlose Kurse, aber kannst auch einzelne Kurse ab 29 Dollar einkaufen, dafür bekommst du dann ein Zertifikat, Feedback von Kursleitern und Zugang zu Aufgaben, die du abgeben und bewerten lassen kannst.

Kurse von etablierten Creators, Marketers, Unternehmern

Nun gibt es noch eine ganz andere Kategorie, die eine besondere Faszination auf mich ausübt. Jene, die viele eine große Anzahl an Followern, Abonennten haben oder einfach gut darin sind, Traffic aufzubauen und online zu verkaufen, die bieten oft Kurse unter ihrer eigenen Marke oder Personal Brand an. Diese Kurse findest du selten auf den genannten Plattformen und sie sind preislich definitiv kostspieliger, als auf Skillshare, Udemy und Co. Ein YouTube-Creator Kurs mit dem ich liebäugle, kostet 799 USD für lebenslangen Zugang. Ein anderer aus derselben Industrie kostet etwa 450 USD für das erste Jahr, danach sind es 250 für jedes weitere Jahr. Damit sind sie immer noch günstiger, als viele Weiterbildungsseminare oder ein Fernstudium. Ein Nachteil ist, dass du keine Zertifikate erhältst, du musst also darauf vertrauen, dass das von dir angelernte Wissen eine wirklich wertvolle Investition für deine Karriere ist. Betrachten wir es mal mit einem Beispiel: Wenn jemand eine Millionen Abonnenten auf YouTube hat und mir in einem Kurs beibringen will, wie ich das auch schaffe, dann kann ich von ein paar Dingen ausgehen:

  • Die Person hat es offensichtlich raus, wie man Follower aufbaut
  • Ich kann schauen, ob ich mit der Qualität der Videos zufrieden bin und es mir als Orientierungsziel dienen kann
  • Außerdem kann ich sehen, ob mir die Person sympathisch ist, was ich nicht unwichtig finde, wenn ich Geld für eine Weiterbildung ausgebe.
  • Wenn der kostenlose Content informativ ist und insgesamt eine hohe Qualität hat, dann weist das auf einen guten Kurs hin

Wobei bei diesen Kursen auch oft geworben wird, sind nicht nur die Inhalte selbst, sondern der Zugang zu den Kursleitern und einer Community, mit der du lernst und dich gegenseitig pushst und direktes Feedback von erfolgreichen Vertretern der Industrie, in der du lernen möchtest.

Ich möchte hier keine Werbung für ein bestimmtes Format machen. Aber ich gebe dir hier meine persönliche Erfahrung und damit Meinung ab.

Über Tools wie Skillshare erhalte ich für wenig Geld einen guten Überblick über bestimmte Bereiche oder kann sogar ein wenig tiefer gehen. Und da mich Zertifikate überhaupt nicht interessieren, sondern nur die Fertigkeiten und gegebenenfalls die Community, würde ich lieber Kurse von Creators besuchen, die ich persönlich mag und als hochwertig einstufe, um tiefer zu gehen und mir verschiedene Erfolgsrezepte anzuschauen. Welche Formate für dich bzw. dein Team in Frage kommen, das musst du selber natürlich abwägen.

Digital Learning Finanzierung

  • AZAZ-Bildungsgutschein: Geförderte Weiterbildung für arbeitslose und arbeitssuchende Personen durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
  • Bildungsprämie für Geringverdiener, angeboten vom Bund und dem Europäischen Sozialfond
  • Geförderte Weiterbildung für Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber die Weiterbildung nicht ermöglichen kann. Das Programm heißt „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“.
  • Bildungsscheck: Geförderte Weiterbildung (anteilige Kostenübernahme bis zu 50 %) für Berufsrückkehrer (nach der Elternzeit, nach Krankheit), Unternehmer und Arbeitnehmer.

Wie du siehst, gibt es eine Menge an Möglichkeiten, um digital zu lernen. Es gibt kostenlose bis günstige Angebote bis hin zu Kursen von bekannten Personal Brands, die ihre bewiesene Expertise weitergeben möchten und natürlich ganze Studiengänge, die digital oder als hybrid möglich sind. Ich hoffe für dich war etwas dabei und weißt nun mehr darüber, wie du dich, dein Team oder dein Unternehmen besser beim Digital Learning aufstellen kannst.

Hast du auch was zu sagen und Bock auf eine Folge mit uns?

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